Dunkeladaption?
Hoschie Offline
#1 Geschrieben : Sonntag, 28. Juni 2015 20:17:22(UTC)


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 95
Wohnort: Wetzlar
Gestern, auf dem Berg, wartend auf die dann doch abgesagten Polarlichter, habe ich mal wieder an meinem Einsteigermotiv herumfotografiert - dem Cocoon-Nebel. Der Plan war, diesmal länger zu belichten und mehr Aufnahmen zu machen. Letztesmal hatte ich genau eine 5-Minutenaufnahme hinbekommen - oder warens 3? - bevor ich begeistert irgendwas anderes angepeilt hatte - das war quasi first light mit der EOS auf meinem 8" Newton. Ohne erkennbare Spuren durch nichtideale Nachführung.

Nunja, irgendwas ging nicht. Einnordung war scheisse, oder es lag an der zuneigegehenden Akkuladung (LED blinkte sporadisch im Nachführmodus). 5 und 10 Minuten belichtet, die Sterne sind ziemlich oval. Jedenfalls dachte ich mir, dieser Cocoon-Nebel muss doch mit einem 8" f/4 Newton auch leicht visuell zu erkennen sein, und fürs manuelle Gucken hatte ich mir ja extra für teuer Geld ein 26mm Nagler angeschafft. Einen UHC-Filter habe ich auch, den hatte ich aber nicht aufgesetzt.

OK, vor einer Woche war Mittsommernacht, und der Mond war gerade erst untergegangen. Vielleicht nicht die allerbesten Voraussetzungen, aber der Nebel ist doch vergleichsweise hell! Muss ich erst eine halbe Stunde lang jegliches Licht meiden? Oder augmentieren? Oder ist ohne FIlter der Kontrast so schlecht? Is ne blöde Frage, ich weiss, aber wer nicht fragt bleibt auch blöd. Und ich bin noch im Anfängerschutz,

Reinhaunsen,
Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
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Hwarang Offline
#2 Geschrieben : Sonntag, 28. Juni 2015 20:52:47(UTC)


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Hallo Horst,

möglich, dass es zu hell war. Nehme ich jetzt einfach mal an. Ich hab den Cocon Nebel auch noch nie visuell gesehen.
Allerdings kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen, dass die Dunkeladaption sehr viel ausmacht/ ausmachen kann. Ich hab zum Beispiel schon öfter auf M51 gehalten aber erst diesen Frühling ist es mir gelungen die Spiralarme tatsächlich deutlich zu sehen. (8 Zoll f5 Newton und seit über ner Stunde gar kein Licht mehr benutzt)

Hoffe, du kannst damit was anfangen.

Gruß
Gregor
10x50 Kowa Fernglas + 20x80 TS Fernglas + 20 Zoll Infinity Plus Dobson = SPASS :)
boetschge Offline
#3 Geschrieben : Donnerstag, 2. Juli 2015 19:51:08(UTC)


Rang: Spechtler
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Wohnort: höfen an der enz
Hallo Horst,

Im Januar hatte ich das erklärte Ziel,den Rosettennebel zu sehen.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich nur ein bescheidenes 30mm Erfle ohne Filter.
Als ich die markanten Sterne im Zentrum des Nebels hatte,konnte ich jedoch keine Spur eines Nebels drumherum ausmachen.Jedoch hatte ich nach einiger Zeit den Eindruck,daß da etwas dunkles auf einer Seite ist.
Nach ein paar Tagen hatte ich dann ein 20er Nagler nebst UHC Filter und ging wieder auf die Jagd.
Und siehe da,der Nebel war deutlich zu erkennen,auf einer Seite mehr,auf der anderen weniger.
Dann hab ich nochmal ohne Filter beobachtet und konnte deutlich wahrnembar den Nebel als "Dunkelgebiet" ausmachen!
Ich habe das Glück,einen guten Landhimmel zu haben,aber als Fazit und Ratschlag an Dich
will ich sagen: dranbleiben! Immer wieder probieren,jedesmal kommt ein bissle mehr an Erfahrung dazu,und das ist wichtig und macht Spaß! :-)
Ich hoffe,mein Beispiel hilft Dir ein wenig weiter.Bin ja auch noch Anfänger :-)

Ich wünsch Dir alles gute und einen freien Blick nach oben,Marc
Love what you do,and do what you love ... life is good!

Der BAfK !

Galaxy D8Q f/6 (super)
Fitschen EQ (super)
Binovue (super)
Steiner Skyhawk 3.0 10x26 (super)
Stern S124 (verrostet,aber auch super...Nachtrag 2015:ausgemustert)
Stern S210 (ersetzt S124...ohne Rost und super)
Merke: kein Stern leuchtet ewig!
Rieger Offline
#4 Geschrieben : Sonntag, 19. Juli 2015 00:24:28(UTC)


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
Beiträge: 107
Mann
Wohnort: Herne
Hallo Horst,

als du Seinerzeit uns von deinem Problem berichtete St, den Kokonnebel visuell zu erspähen,dachte ich mir: Den hast du dir auch noch nie reingezogen! Also nahm ich ihn mir gleich in die Liste neu zu erspähen der Weltwunder auf und vorgestern Nacht nahm ich ihn mir aufs Korn, fest verbunden mit dem Vorsatz, als stationär beobachtender `FOREN-KULAK` meinen Senf dazu zu geben:
Obwohl ich den Sauerländischen Gebirgsverein zu Besuch hatte und ich mich von der selbst gesetzten Verpflichtung, an jedem Beobachtungsabend mindestens ein neues Weltwunder zu erspähen, das ich noch nie gesehen habe, für solche Abende dispensiert, war es nach Abmarsch der Besucher um 1 Uhr noch Zeit genug trotz die weiter Bedingungen.
Mit 16" und dem 31er Nagler schwenkte ich von M39 Richtung Kokon. 3 Sterne, welche recht hell im Okular den Kokonnebel nach Osten begrenzen, verrieten mir, dass ich an der richtigen Stelle angekommen war. Aus dem Filterrad schwenkte ich nun den harten Baader-O III_Filter vors Okular und wartete ein Weilchen die richtige Dunkel Adaption ab. Zusätzlich schwenkte ich mit langsamen Motoren etwas in allen Richtungen hin und her. Endlich: Jau, da ist was! Nach einer ganzen Weile konnte ich auch so ganz eben schwache nebelige Ausläufer Richtung West/Nordwest ausmachen, wie sie die Uranometria-Karten zeigen. Alles war aber unter den vorgestrigen Bedingungen so was von gerade eben so zu erkennen, dass man es fast schon hatte glauben müssen, das dort etwas ist. Beim Vergleich mit einem Lumicon-UHC-Filter war über haupt nichts auszumachen.
Wenn du es also unter ebenfalls nicht optimalen Bedingungen, obendrein noch völlig ohne Nebelfilter versucht hattest, dürfte das ein Unternehmen der Unmöglichkeit gewesen sein. Das Kokon-Teilchen ist offenbar ein ziemlich schlappes Scheisserchen und Bedarf wohl optimalster und dunkelster Bedingungen und ohne Nebelfilter scheint überhaupt nichts möglich zu sein.
Soweit meine auf vorgestriger Erfahrung fussende Einschätzung.

Viel Erfolg jedenfalls beim nächsten Versuch und

CS.

Hubertus
Positron1 Offline
#5 Geschrieben : Donnerstag, 23. Juli 2015 23:07:11(UTC)


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 22.02.2012(UTC)
Beiträge: 123
Wohnort: Taunus
Schönen guten Abend,

der Kokonnebel IC 5146 ist wegen schwacher Flächenhelligkeit sensibel in bezug auf Transparenz / Aufhellung:
Mein Logbuch von eye+telescope enthält insgesamt fünf Einträge zwischen 2011 und 2014 - Equipment entsprechend meiner Signatur -, wobei die ersten beiden (2011) keinen oder fraglichen Sichterfolg ergaben. Ursache war einerseits Umgebungslicht(im heimischen Garten gespechtelt)und im zweiten Fall mangelnde Erfahrung mit faint-fuzzies. Die restlichen drei Beobachtungen waren durchgängig erfolgreich, beste Sichtergebnisse hatte ich mit 5mm AP (60 fache Vergrößerung) ohne Filter erzielt. Das Objekt konnte ich dabei fast über direkten Anblick erkennen. Mit OIII/UHC war der Nebel entweder unsichtbar oder nur partiell erkennbar, OIII zeigte evt. verbesserte Kontrastierung gegenüber den dunklen Molekülwolkenbereichen. Da die Emissionsabschnitte ioniserten Wasserstoff enthalten, ist nachvollziehbar, dass UHC/OIII kaum Wirkung entfalten.
Bezogen auf die o.g. Geräte (Hubertus/Gregor/Horst) schätze ich IC 5146 im 16"er als problemlos direkt erkennbar ein. 8" dürften aber kaum ausreichen, um auch indirekt einen Sichterfolg zu ermöglichen.
Übrigens ist der "angeschlossene" Dunkelnebel Barnard 168 im langbrennweitigen WW-Okular sehr markant zu erkennen !

Rainer
12" f/5 Dobson MeadeLightbridge
Okulare: 2,5 mm bis 38 mm
Filter: UHC Astronomik & OIII Baader
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