Ein paar Fragen zum Teleskopkauf...
Arza Offline
#1 Geschrieben : Mittwoch, 8. März 2017 14:06:45(UTC)
Rang: Neues Mitglied
Mitglied seit: 08.03.2017(UTC)
Beiträge: 4
Wohnort: Giebenach, Schweiz
Hallo Zusammen

Hoffentlich langweile ich euch nicht zu sehr mit dem Thema, jedoch suche ich dringend Rat beim Teleskopkauf (+ Zubehör). :)

Ich bin Einsteiger und habe vor, mir mein erstes Teleskop zu kaufen.
In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit diesem Thema befasst und Onlineshops, Foren, Blogs, Youtube und andere Internetseiten abgeklappert. Mit dem Teleskop möchte ich gerne möglicht vieles am Himmel sehen und dies so detailgetreu, wie möglich (Planeten, Nebel, Galaxien, etc...). Mein Budget ist nicht wirklich gross, ich investiere aber gerne etwas mehr Geld für qualitativ hochwertiges.
Ich wohne in der Schweiz nahe Basel (etwas auf dem Land) und habe daher eine Lichtverschmutzung von ~3. Ich kann die Milchstrasse an sehr schönen, dunklen Nächten noch gerade so wahrnehmen.

Zu meiner Kaufidee:

Nun, da ich nicht den optimalen Nachthimmel habe, werde ich wohl öfter an einen besseren Beobachtungsort fahren müssen. Deshalb suche ich nach einem leicht transportablen,
(günstigen) Teleskop, das aber trotzdem eine sehr gute Leistung hat. Ich habe viele Empfehlungen für ein Dobson-Teleskop gelesen und mir deshalb auch mal eines rausgesucht:

http://www.astroshop.de/...,44833#tab_bar_2_select

Was haltet ihr von dem Teleskop und welches könntet ihr ebenfalls empfehlen?
Mir gefällt daran, das dieses Teleskop nicht aus einem Volltubus besteht und man es somit auch gut auseinander nehmen kann.
Einen geeigneten Streulichtschutz bastle, bzw. nähe ich mir selber.

Für das Zurechtfinden am Himmel werde ich mir sicher eine Dreh-Sternkarte und den Deep Sky Reiseführer besorgen.
Auf eine GoTo-Steuerung würde ich gerne verzichten, da ich mich alleine zurechtfinden möchte und es mir nicht gerne zu einfach mache :).

Nun die Okulare:
Den Okularrechner kenne ich. diesen benutze ich auch um mir mal ein kleines Bild davon zu machen, was mich erwartet. Wie empfohlen kaufe ich mir anfangs nicht die teuersten Okulare, jedoch welche mit möglichst unterschiedlichen Brennweiten. Was muss ich beim Okularkauf beachten und was empfiehlt ihr da?
Sollte ich eher mit dem oben genannten Teleskop 2'' oder 1,25''-Okulare kaufen? Ein paar Gedanken hab ich mir zum diesem Thema gemacht, da habe ich mir einige ausgesucht:

http://www.astroshop.de/...kular-20mm-1-25-/p,5090
http://www.astroshop.de/...okular-9mm-1-25-/p,5088
http://www.astroshop.de/...okular-6mm-1-25-/p,5087

Weiteres Zubehör wird für mich ein Schutzkoffer für die Okulare und eine Rotlichtlampe sein.

Nun, wie ihr seht bin ich etwas aufgeschmissen mit der riesigen Auswahl, die man hat. Bitte gebt mir ein paar Tipps bezüglich des Teleskops, der Okulare und dem weiteren Equipment.
Sollte ich mir noch Diverse Filter oder anderes zutun?

Vielen Dank für die Hilfe schon mal im vorraus ^^

Freundlicher Gruss

Arza
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Hoschie Offline
#2 Geschrieben : Mittwoch, 8. März 2017 17:42:47(UTC)


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 94
Wohnort: Wetzlar
Hallo Arza,
das ist ein schickes Teleskop, mit großer Öffnung und deshalb lichtstark.
Sicherlich reizvoll, aber mit ein paar Nachteilen: Du muss es jedesmal auf- und abbauen, und komplett justieren. Darüber solltest du dir im Klaren sein. Und dass man beim Auf- und Abbau im Dunkeln sehr darauf Acht geben muss, nichts zu verlieren oder beschädigen. Mit ein Wenig Übung sicherlich kein Promlem - ich justiere meine Newtons mittlerweile auch jedesmal. Die 32 Kilos finde ich aber dann doch recht viel, aus eigener Erfahrung wird die Schlepperei eher eine Spaßbremse sein und dich vom Beobachten abhalten.

Selbst bin ich besitzer eines ähnlichen Dobson, dessen Tubus allerdings nicht zerlegbar ist. Dafür wiegt er 12 Kilos, und die Rockerbox nochmal ein Paar. Es ist trotzdem ein ordentlicher Brummer, und wenn es mit nach Frankreich soll wird es schon mal eng im Kofferraum.
Allerdings habe ich meines in einer Minute aufgebaut. Ich bin aber eher auf Fotos aus und nicht sehr ausdauernd bei der visuellen Beobachtung, aber sicher schreibt auch noch Jemand von der Spechtlerfraktion etwas dazu.

Darüberhinaus würdest du für das Teleskop natürlich noch Okulare benötigen, über deine Staffelung würde man nochmal reden wollen; 6 - 9 - 20 finde ich sehr lang; ich benutze ein Zoom 5...8 (wird am seltensten benutzt) sowie Festbrennweiten 13 und 26 mm. Und etwas als Aufsuchhilfe. Ich habe da sehr gute Erfahrungen mit Leuchtpunktsuchern gemacht, und/oder einem Telrad. Bei einer Brennweite von 1500mm würde sich zusätzlich evtl noch ein Sucherfernrohr empfehlen, besonders für ein 6mm Okular. Wer sich nicht von invertierten oder spiegelverkehrten Abbildungen in selbigem verwirren lassen will, setzt dabei z.B. noch auf ein Amiciprisma. Dazu ggf. noch eine Justierhilfe. Für das ganze Zubehör kann man durchaus nochmal denselben Betrag veranschlagen (muss man aber nicht).

CS Horst
Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
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Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Arza Offline
#3 Geschrieben : Donnerstag, 9. März 2017 08:30:33(UTC)
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Mitglied seit: 08.03.2017(UTC)
Beiträge: 4
Wohnort: Giebenach, Schweiz
Guten Morgen

Vielen Dank an dich Horst für die schnelle Antwort :)

Also, das Teleskop war ja eigentlich nur ne Idee...
Zu den Nachteilen: da ich ja nicht wirklich Erfahrungen bis jetzt sammeln konnte, weiss ich nicht, was beim Aufbauen und Justieren auf mich zu kommt.
Jedoch denke ich, dass man sein Teleskop doch eher bei Tageslicht aufbaut, oder? Durch das und ein wenig Geschick beim Auf- und Abbau sollte das Verlieren von Teilchen (oder eben nicht^^) kein Problem sein. Der allgemeine Aufbau sollte laut der Beschreibung auch nicht all zu schwer sein...

Das Gewicht ist schon recht massiv, jedoch besteht das gesamte Ding aus Aluminium, was für mich ein grosser Pluspunkt ist. Transportabel sollte es allerdings trotzdem sein.
Es wird ja in 2 Boxen zu 19 und 10kg und ein Stangenbündel zu ca 1,8kg ,,verstaut''.

Die Okulare waren ebenfalls nur Vorschläge, da ich mich nicht wirklich damit Auskenne. Für mich ist wichtig, dass ich Planeten möglicht gross und Detailgetreu beobachten kann.
Dafür müsste ich eine möglicht kleine Brennweite haben oder? (Laut verschiedenen Quellen ca 2.5mm für eine Vergrösserung von x610)
Für die Deep-Sky-Objekte weiss ich nicht wirklich, was für Okulare von Nöten sind. Diese sind ja relativ grossflächig. Du benützt 13mm und 26mm-okulare: würdest du sie für dieses Teleskop empfehlen, oder nach was soll ich da ausschau halten?

Für das Finden der Objekte wäre eher ein Leuchtpunktsucher oder Telrad empfehlenswert? Ein Amici-prisma ist sicher auch noch nützlich aber am Anfang eher nicht so nötig, da es ja eigentlich egal ist, wie die Objekte gedreht sind :)

Nun, du hast geschrieben, dass du eher auf Fotos aus bist. Kann man mit dem Dobson-Teleskop jetzt Fotos machen oder nicht? Oder geht das nur bei Planeten? Wie ich das verstanden habe liegt es ja daran, dass Deep-Sky-Objekte eine längere Belichtungszeit benötigen und somit das Teleskop eigentlich nachgeführt werden sollte. Gibt es da irgendwelche Tricks um das zu ermöglichen?

Gruss, Arza

Pipo Offline
#4 Geschrieben : Donnerstag, 9. März 2017 11:47:19(UTC)


Rang: Spechtelrentner
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Moin Arza,

mal auf die Schnelle: in dieser Rubrik des Forums sind schon einige Beratungen gelaufen, hast du da mal quergelesen?
Die Kombination von Scope und Okular, die du angedacht hast wird dich nicht glücklich machen. Bei einem Öffnungsverhältnis von f5 kann man das zur Not für den Anfang machen, aber du wirst bald geeignetere Okulare haben wollen und die kosten ……

Eine Vergrößerung von gut 600 x ist ohne weiteres möglich, sie wird dir aber keine Freude machen. Ein Dobson muss von Hand nachgeführt werden, je nach Erfahrung, Qualität der Lager und Gesichtsfeld der Okulare kann man da schon ordentlich vergrößern. Aber 600 x kannst du vergessen ohne motorische Nachführung.

Und wenn dich vorrangig Planeten interessieren brauchst du auch kein unnötiges Geld in 12“ Öffnung investieren.

In deinem Fall – und wie auch sonst sehr häufig – läuft es wieder auf die Standardempfehlung hinaus:

ein 8“ f6 Dobson als Volltubus ! Wie könnte es auch anders sein?

Einfach zu justieren, gut zu transportieren, in weniger als einer Minute mit geschlossenen Augen und Handschellen aufgebaut, gnädig gegenüber allen Okularen (spart Geld), selbst auch deutlich günstiger (spart Geld für das ganze drumherum).

Das wäre jedenfalls meine Empfehlung.


Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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6" f8 auf BigBox, 4,5" Schienendob, 3" Dob
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Arza Offline
#5 Geschrieben : Donnerstag, 9. März 2017 14:16:42(UTC)
Rang: Neues Mitglied
Mitglied seit: 08.03.2017(UTC)
Beiträge: 4
Wohnort: Giebenach, Schweiz
Hallo Pipo

Auch dir vielen Dank für den Beitrag.

Ja, ich habe mir die meissten der anderen Beratungen durchgelesen.
An dem 8'' Dobson hatte ich auch schon Interresse, ich hatte aber bis jetzt Angst, dass ich einen Fehlkauf lande (schlechtere Leistung und somit weniger beobachtbare Objekte).
So wie ich das aber jetzt verstanden habe wird man sich im Verlauf des Hobbies eh mehrere Teleskope zutun... ist das richtig?

Ich interessiere mich für Planeten und auch für Deep-Sky-Objekte etwa gleich.
Mal klar ausgedrückt: Mein Ziel ist es, Objekte wie Saturn, Uranus und Neptun zu beobachten, allerdings auch Monde wie Triton oder Titan zu erkennen. Das vorher genannte Teleskop wäre laut Leistung auch in der Lage Pluto oder Ceres zu erkennen. Zusätzlich würde ich gerne so viele Deep-Sky-Objekte wie möglich beobachten oder sogar Fotos schiessen.
Ich weiss, das ist viel verlangt, dies war aber der Grund, warum mir das 12'' Dobson so zugesagt hat.^^

Voraussichtlich werde ich mich aber eher erst mal an ein 8'' Dobson halten und erste Erfahrungen sammeln.
Nun aber die Frage: könnte ich mit zusätzlichem Equipment Fotos machen? Und welche Okulare wären speziell für dieses Teleskop sinnvoll?
Wäre es eventuell sinnvoll ein Newton-Teleskop mit parallaktischer Montierung zu kaufen statt dem Dobson?

- http://www.astroshop.de/...,48730#tab_bar_1_select

Freundlicher Gruss

Arza
pelzfuss Offline
#6 Geschrieben : Donnerstag, 9. März 2017 15:00:07(UTC)


Rang: Spechtler
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Hallo Arza,
auch von mir erstmal "Welcome and clear skys!"
Als ich 2012 mit der Hobby-Astronomie anfing, habe ich die Jungs hier im Forum auch um Rat gefragt.
Antwort: "Kauf dir nen 6" oder 8" Dobson."
Das habe ich damals gemacht (8" ) und bin immer noch glücklich mit dem Gerät.
Unterschätze nicht das Thema Auf- und Abbau. Gerade bei unserem Wetter willst du manchmal einfach ne Wolkenlücke ausnutzen und dann stehst du da mit dem Stangen- und Kistengedöns.
Ich habe mittlerweile meine Teleskope sogar ins Gartenhaus gestellt, da mir das Gewuppe aus dem Haus und zurück dann doch zuviel war.
Zudem hast du mit einem 8" ein ausreichend lichtstarkes Teleskop. Planeten kann man damit echt super gucken.
Theoretisch kannst du bei einem 8" bis 400-fach vergrößern, aber in den meisten Nächten wirst du feststellen, dass je weiter du vergrößerst, das Bild immer matschiger wird. Das liegt an der Luftunruhe in der Atmosphäre, die du ja auch mitvergrößerst.
Investier das übrige Geld besser in gute Okulare. Du kannst mit den Astrodealern bestimmt auch verhandeln und dir statt der üblichen Beilagen von vorne herein einen vernünftigen Startsatz mitschicken lassen.
Und eins glaub mir. Wenn dich das Hobby wirklich packt, bleibt es eh nicht bei einem Teleskop.BigGrin


Gruß Guido

200mm/1200mm Skywatcher Dobson zu übern Himmel schubsen;114/900 Bresser(Wohnmobil-Reise-Dobson); Vixen R114M und 150/750 Celestron omni xlt auf Vixen NP für erste Astrofotos!
TS WA32mm Übersichtsokular, 25mm Superpössel, 10mm Superpössel, Seben 8-24mm Zoom, Günther´s Doppelzoom 8-4mm
2fach Barlow;
Andreas Offline
#7 Geschrieben : Donnerstag, 9. März 2017 18:10:27(UTC)


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Wohnort: Taunus
Hallo Arza,

auch von mir willkommen im Forum. Damit hast du schon einmal einen guten Anfang gemacht wenn du Fragen hast oder Anregungen benötigst.

Das mit dem Auf- und Abbauen muss nicht unbedingst der Showstopper für einen 12"er sein. Das von dir erwähnte Teleskop ist kein schlechtes, wenn auch für die Größe nicht besonders leicht. Ich benutze selbst als Hauptgerät einen 12er, der allerdings deutlich leichter ist. Das ermöglicht es mir sogar, das Teleskop im aufgebauten Zustand leicht im Auto zu transportieren. Entscheident ist, was du willst. Ganz ohne leichte Verbesserungen wirst du auch kein bezahlbares Teleskop von der Stange bekommen. Der vorgeschlagene 8er f/6, der hier zu Recht oft für den Einsteiger empfohlen wird kann dir auch viele Jahre viel zeigen und viel Spass machen. Viel leichter als ein größerer Stangendobson ist der nicht unbedingt. Mein Vorschlag wäre, sich in einer Sternwarte oder einer anderen Astrogruppe einmal ein paar Geräte und deren Händelbarkeit anzuschauen.

Unbedingt empfehle ich immer den Leuchtpunkt oder Telradsucher, da intuitiv und einfach zu bedienen, besonders mit Sternkarten, die darauf abgestimmt sind wie dem Deepsky-Reiseatlas. Das erspart so manche Aufsuchfrustration.

Zu den Okularen empfehle ich dir ein Aufsuchokular in 2" Ausführung mit einer Brennweite um 30mm. Darunter zur höheren Verrößerung eines um 12mm für Nebel und Galaxien. Für Planeten brauchst du noch eines um 6mm oder weniger. Das erwähnte 2,5er wird sicher zu klein sein und zu selten gewinnbringend benutzt werden können. Unter 4mm hat eigentlich wenig Sinn. Du vergrößerst sonst nur weiter ohne wirklich mehr zu erkennen. Lieber erst einmal weniger aber gute Okulare. Ein 8" f/6 ist da anspruchsloser als eines mit f/5 was die Verzeichnungen am Rande des Gesichtsfeldes angeht. Wenn du etwas Zeit hast, würde ich okulartechnisch auch raten, dir bei anderen Sternfreunden mal die Unterschiede auch im Hinblick auf das Gesichtsfeld anzuschauen. Besonders beim Aufsuchokular darf das gerne etwas größer sein als bei den gezeigten Okularen.
Aber wie sollte es anders sein, ist das natürlich auch immer eine Geldfrage...

Noch was zur Monierung. Die problemloseste und stabilste und dabei preiswerteste ist die Dobsonmontierung. Du steckst dabei dein Geld in die Optik und nicht in die Technik. Wie ich finde, der bessere Ansatz für den Anfang. Das Thema Fotos wird sehr schnell sehr sehr teuer. Ich habe auch noch ein parallaktisch montiertes Teleskop das bequemes nachgeführtes Beobachten ermöglicht jedoch fotografisch viel zu schwach ausgelegt ist und von mir nie dafür gedacht war.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
Ich sehe was ich sehe - wenn ich es sehe
pescadorTT Offline
#8 Geschrieben : Donnerstag, 9. März 2017 22:26:17(UTC)


Rang: Spechtelprofi
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Hallo Arza,

auch von mir ein Herzliches Willkommen bei ATDS.
Ich halte mich kurz und knackig und verweise auf die ganzen Hinweise zum: 8" Dobson! Cool
Ein super Gerät für den Anfang und mit Spiel nach oben. Dann dort lieber etwas mehr Geld in ein qualitativ gutes Exemplar stecken und viel Freude damit haben. Schau doch mal z.B. hier: ein 8" Premium Galaxy von ICS oder ein wenig mehr investieren und ein sehr schönes Gerät von Orion UK

Beide nicht die günstigsten, aber mit guten bis sehr guten Optiken, Mikrofokussierung und beim Orion mit guter Spiegelzelle und Rockerbox.

It´s up to you - may the force be with you :)

Genügend Antworten hast Du ja jetzt.

Beste Grüße,
Sven

Celestron 9.25 XLT | Losmandy G11 | Gemini 2 | ED 70/420 | Vixen 102M | Tal 1 | EOS 750D | ZWO ASI 120MC
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Hoschie Offline
#9 Geschrieben : Freitag, 10. März 2017 00:15:21(UTC)


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
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Wohnort: Wetzlar
Arza schrieb:

Nun, du hast geschrieben, dass du eher auf Fotos aus bist. Kann man mit dem Dobson-Teleskop jetzt Fotos machen oder nicht? Oder geht das nur bei Planeten?



Hallo Arza,
mit einem Dobson kann man eigentlich keine Fotos machen - weil man normalerweise länger belichten muss. Und auch, weil der Fangspiegel eines Dobsons für visuell ausgelegt ist. Mit einer Kamera benötigt man ein möglichst homogen ausgeleuchtetes Bild auf dem Kamerasensor, der idr größer ist als eine Pupille. Dafür würde man einen größeren Fangspiegel nehmen, auf Kosten einer größeren Obstruktion. Mit sehr kurzen Belichtungszeiten kann man aber doch Fotos machen. Letzten Mai habe ich das hier durch's Dobson fotografiert:
Bild Nummer
Eigentlich habe ich es nicht fotografiert, sondern gefilmt. In ca. 10 Sekunden ist er einmal komplett durchs Bild, dann musste ich das Teleskop nachstellen. Jupiter ist sehr hell, das waren zwischen 1.3 und 7 ms Belichtungszeit (Schwarzweisskamera mit LRGB-Filtern). Um den zu sehen brauchst du kein Teleskop mit großer Öffnung. Das wäre vielleicht angebracht, wenn du dir vornimmst Neptun oder so zu sehen, besonders spektakulär stelle ich mir den Anblick jedoch nicht vor. Meine visuellen Highlights sind eher Sternhaufen, dabei kommt ein Eindruck von Tiefe zustande der besser wirkt als bei einem Planeten oder einem blassen Nebel. Ich habe mir aber auch Okulare mit einem großen Einblickwinkel geleistet.
Wobei, Jupiter ist schon ein Hammer, und da passiert auch in relativ kurzer Zeit recht viel (hohe Rotationsgeschwindigkeit und die Monde sind auch fix unterwegs).

Also die Kollegen haben da ein paar gute Ratschläge gegeben. Insbesonder bzgl eines 6" oder 8" Dobson. Für Planeten eher mit einer längeren Brennweite, soweit ich weiss benutzen die Planetenleute lieber Linsenteleskope wegen der höheren Brennweite. Aber ich würde dir ebenfalls den Besuch einer Sternwarte empfehlen eher du dich spezialisierst! Du hast ja noch Zeit, Venus ist so gut wie immer da, und Jupiter taucht gerade erst am Abendhimmel auf.
Es gibt übrigens noch eine Möglichkeit, eine Nachführung für ein Dobson zu verwenden - irgendwo auf dieser Seite gibt es einen sehr lesenswerten Beitrag über die "Eieruhr-Barndoor"... Wink

Reinhaun,
Horst
Viele Grüße,
Horst

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Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Pipo Offline
#10 Geschrieben : Freitag, 10. März 2017 11:28:24(UTC)


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Wohnort: Berlin
Moin Arza,

wenn man die entsprechenden Mittel hat (explizit auch für Okulare, die an f5 gut abbilden), das Scope an einen dunklem Ort bringen kann und weiß, worauf man sich mit einem solchen Gerät einlässt, spricht absolut nichts gegen die Anschaffung eines 12“. Vier Zoll mehr sammeln eben mehr Licht, liefern eine bessere Auflösung und erlauben damit eben im Prinzip auch mehr Vergrößerung. Ist so.


Aaaber. Ich halte gerade dieses Gerät nicht für anfängertauglich. Nach allem was ich so gelesen habe, ist das Teil sein Geld wert. Es ist eben eins „von der Stange“ und da ist klar, dass seitens des Herstellers Kompromisse gemacht werden müssen. Das ist nicht ehrenrührig, aber eben zu beachten. Mit einem 12“ Gitterdob aus einer der bekannten Manufakturen, Werkstätten, wie immer man es nennen mag, der Platzhirsche in diesem Bereich kann es natürlich von der reinen Leistung – mechanisch und optisch – nicht konkurrieren. Und das will es auch gar nicht. Hier geht es um eine preisgünstige Lösung.

Das heißt aber eben immer auch: optimierungsfähig. Und da muss man dann schon wissen, was und wie es zu machen ist, um das Gerät an seine Leistungsgrenze zu führen. Jedes, wirklich jedes, handelsübliche Teleskop ist noch verbesserungsfähig. Darin liegt ja auch der Reiz der Sache und auch die Möglichkeit, günstig an gute Geräte zu kommen.

Ich will dir den 12“ nicht madig machen, eine Zeit waren sie auch hier im Forum schwer angesagt und so weit ich weiß, haben einige den Schritt gemacht. Du solltest dir aber gut überlegen, ob für den Start nicht doch der 8“ f6 die bessere Wahl ist. Es hat schon seinen Grund, weshalb dieses Gerät immer wieder ganz oben auf den Listen für Einsteiger steht. Wenn ein Röhrchen dem Gedanken der eierlegenden Wollmilchsau nahe kommt, dann ist es dieses. Und das beste ist: man kann es ebenfalls noch gewaltig tunen! Es ist nur wesentlich einfacher als bei diesem 12“ Funkturm.

Fotografieren kannst du mit beiden ohnehin nur Mond und Planeten. Und ganz ehrlich, wenn du einen guten Himmel hast, warum willst du dann fotografieren? Zeichne lieber! Da hast du wesentlich mehr von.

Ach ja, eine Barndoor nimmt man, um eine Kamera mit Objektiv nachzuführen. Wenn du da ein Teleskop draufsatteln willst, muss sie wirklich so groß wie ein Scheunentor sein, um zu funktionieren. Ein Dobson stellt man auf eine EQ-Plattform, wenn man denn will. Die parallaktische Nachführung würde dann eher nach anderen Röhrchen fragen. Aber das ist für den visuellen Einstieg echte Geldverschwendung.


Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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12,5 mm Silber Plössl, 8 mm HR Planetary, TAL-Barlow 2x
Arza Offline
#11 Geschrieben : Freitag, 10. März 2017 12:28:15(UTC)
Rang: Neues Mitglied
Mitglied seit: 08.03.2017(UTC)
Beiträge: 4
Wohnort: Giebenach, Schweiz
Guten Morgen Zusammen

Vielen Dank für die vielen Wilkommensgrüsse und ausführlichen Antworten!

Also werde ich mal bei der örtlichen Sternwarte vorbeigucken...
Der 8 Zoll Dobson scheint ja hier ein richtiger Klassiker zu sein^^ diesen werde ich mir wahrscheinlich auch kaufen.
Mal n paar erste Erfahrungen sammeln und dan weiterschaun...
Welchen der drei würdet ihr empfehlen? Und was sind die Unterschiede der 3 abgesehen vom Aussehen?

http://www.teleskop-expr...eskop---1-8-Lambda.html
https://www.intercon-spa...gel-und-microfokus.html
http://www.astroshop.de/...,48730#tab_bar_1_select

Mir gefällt von der Beschreibung und vom Aussehen her der von intercon-spacetec am besten...

Einen schönen Tag (+NachtWink)

Arza
pescadorTT Offline
#12 Geschrieben : Freitag, 10. März 2017 13:32:36(UTC)


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 06.02.2012(UTC)
Beiträge: 327
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Wohnort: Köln Nippes
Hallo Arza,

da geht es als erstes um die Qualität / Vergütung der Spiegelflächen. Umso besser dort verarbeitet wurde, desto mehr Licht wird gesammelt und zurückgegeben. Ein Interferogramm, welches bei ICS mit versandt wird, garantiert Dir eine bestimmte Qualitätsstufe. Beim ICS wird die Reflektionsqualität mit 94%, beim Orion UK mit 97% angegeben. Beim Omegon wird nicht damit beworben, was evtl. auf eine niedrigere Qualitätsstufe zurückzuführen ist.

Ich bin mir aber auch nicht ganz sicher, inwieweit Du einen Unterschied zwischen den Gerätschaften ausmachen würdest, wenn dann alle drei im direkten Vergleich zur Verfügung ständen.
Was die Qualitätsmessung von Systemen angeht, da ist Wolfgang eine Koryphäe und bei ihm könntest Du bestimmt Infos einholen. Wir wollen aber den Ball ja auch erst einmal flach halten und Du sollst ja als erstes Spaß mit Deinem Teleskop haben und das wird wohl mit dem ICS und mit dem Orion UK der Fall sein.

Als weitete Punkte zählen dann noch Verarbeitung der Rockerbox, Spiegelzelle und des Tubus, sowie das mitgelieferte Zubehör. Gut ist ein 9x50 Sucher mit 90° Einblick, sowie die 1/10 Mikrountersetzung des Okularauszuges. Die Okulare beim ICS sind im Grunde zum Start gar nicht übel – weitere können dann ja später folgen (kommt eh 😊 ). Wichtig ist ja auch immer, dass alle Optikelemente einen qualitativ hohen Durchschnitt haben müssen. Denn hast Du noch so einen guten Spiegel, aber eine Gurke als Okular, bringen Dir z.B. auch keine 12“ einen Mehrgewinn.

Ich denke, dass die Wahl des ICS eine gute wäre (kommt sogar schon mit Justierokular), würde mich aber im Vorfeld mit ICS besprechen und direkte Infos über das Gerät, etc. einholen. Vielleicht machen sie Dir ja einen Komplettpreis mit weiterem Zubehör.

Zum Beispiel würde ich Dir gerne noch einen Telrad, mit passendem Deep Sky Reiseatlas mit an die Hand geben, so dass Du auch wirklich etwas am Himmel findest, was Du aufsuchen möchtest. Telrad und 9x50 Sucher ergänzen sich übrigens sehr gut (meiner Meinung nach). Hatte beides früher an meinem 12“ Dobson, damals aber noch mit den Telrad Büchern.

Was meinen die anderen?

Viele Grüße,
Sven
Celestron 9.25 XLT | Losmandy G11 | Gemini 2 | ED 70/420 | Vixen 102M | Tal 1 | EOS 750D | ZWO ASI 120MC
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